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U60311-Betreiber verliert vor Gericht

Was passiert mit den 1,5 Millionen Euro Schadensersatz?

Nachdem bekannt wurde, dass Türsteher des U60311 im April 2011 den Discogast Lee John H. zu Tode geprügelt hatten, ging es für den Club und dessen Betreiber Alexander Eger stetig bergab. Die Stadt Frankfurt schloss den Club und die Türsteher wurden verurteilt. Im Jahr 2014 entschloss sich Eger dazu die Stadt auf rund 1,5 Millionen Euro zu verklagen, weil sie es angeblich unmöglich mache, den Technoclub zu verkaufen. Nun viel das Urteil. Allerdings nicht so, wie Eger es sich gewünscht hat.

„Die Stadt, der die Liegenschaft am Rossmarkt gehört, in der Alexander Eger den Technoclub U60311 betrieben hat, soll kein Interesse daran gehabt haben, einen Nachfolger zu finden“, so lautet die Anklage, die Ex-U60 Betreiber Eger gegen die Stadt Frankfurt im vergangenen Jahr aussprach. Deshalb forderte er eine Schadensersatzsumme von 1,5 Millionen Euro. Dies sei angeblich auch der Betrag gewesen, den zahlreiche Interessenten für den Club, inklusive Inventar, geboten hatten. Trotzdem wurden die Beträge von der Stadt abgelehnt, heißt es im Journal Frankfurt.

Bereits im September 2013 standen sich die Parteien vor Gericht gegenüber. Doch schon damals war Eger vom Glück verlassen. Kurz vor Verhandlungsbeginn war sein wichtigster Zeuge, ein zahlungswilliger Interessent, nicht mehr aufzufinden. Am vergangenen Freitag fällte die Zivilkammer des Landgerichtes Frankfurt ein endgültiges Urteil: kein Schadensersatz von 1,5 Millionen Euro für Alexander Eger.

Zwar stimmte der Richter Eger zu, dass die Stadt sich nicht richtig um die Interessenten gekümmert habe, doch die angeblichen Interessenten, die vor Gericht aussagten, konnten nicht überzeugen. Darunter auch widersprüchliche Aussagen: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass es auch nur ein Angebot gab, das die Stadt hätte annehmen müssen", so der Richter.

Für den Richter war außerdem völlig unverständlich, wieso sich Eger auf eine Summe vom 1,5 Millionen Euro berufe. Der Wert des Inventars war zuvor nachweislich auf nur 70.000 Euro geschätzt worden. Davon hätten die gehörten Zeugen keine Ahnung gehabt und darüber hinaus auch nicht gewusst, dass das Inventar der Stadt gehöre. Die Klage war somit hinfällig. Eger will nun in Berufung gehen, muss aber dennoch die Prozesskosten tragen.


Foto:Female judge writing the verdict isolated on white background via Shutterstock

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