Themen: Gericht, Drogen, Dienst, Polizei, Strafe, Vergehen, Urteil

Polizist klaut Marihuana

Spurensicherung mit Eigenbedarf.

In Leonberg, Baden-Württemberg, musste sich jetzt ein Polizist vor dem Amtsgericht verantworten, der im April vergangenen Jahres Marihuana bei einer Tatortsicherung mitgehen ließ.

Wir haben ja schon über einige Drogen-Pannen berichtet. Aber diesmal kommt es noch krasser! Ein Polizist soll laut Berichten der „Leonberger Kreiszeitung“ im vergangenen Jahr bei einer Tatortsicherung vor der eigentlichen Durchsuchung der Räumlichkeiten zweier Wohnungen vier Gramm Marihuana eingesteckt haben. Dabei soll der Beamte von einem Kollegen beobachtet worden sein. Doch anstatt die Drogen rauszurücken, als er darauf angesprochen wurde, versteckte der Staatsmann seinen Fund in der Toilette der zweiten zu durchsuchenden Wohnung und verließ anschließend nach Einsatzende den Tatort mitsamt des Rauschmittels.

Vor dem Amtsgericht gab der seit 20 Jahren Diensthabende an, dass er das Marihuana auf Grund seiner gesundheitlichen Probleme eingesteckt habe. Er habe dadurch einen Herzinfarkt und anschließende Panikattacken überwinden können. Trotz dieser Erklärung ließ sich die Richterin nicht auf den Versuch ein, den Polizisten milde davon kommen zu lassen und verurteilte den Dieb zu einer einjährigen Freiheitsstrafe mit anschließender Bewährung auf zwei Jahre. „Sie hätten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollen und sich Ihrer Pflicht als Polizist bewusst sein müssen“, so die Richterin bei der Urteilsverkündung.

Dem 50-jährigen Polizisten droht dennoch keine Suspendierung, da erst ab einer Verurteilung von mehr als zwölf Monaten die Dienstmarke entzogen werden kann. Unglaublich, aber wahr! Milde Strafen für die Unterschlagung von Beweismitteln zum Eigenbedarf. Oder hat die Richterin korrekt gehandelt? Wie seht ihr das?

Foto: Medical Marijuana via Shutterstock

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