OFFENE BEZIEHUNG AUF PROBE

Ist das Beziehungsmodell für euch geeignet?

Quelle: unsplash.com, © Sharon McCutcheon
Es ist wohl eines der großen Beziehungsmodelle für die Zukunft: die offene Beziehung. Mittlerweile kommt das Konzept langsam in der Mitte der Gesellschaft an. Immer mehr Paare öffnen ihre Partnerschaft. Die Gründe hierfür sind wirklich vielfältig, wenn beispielsweise ein neuer sexueller Reiz gesucht wird. Doch nicht jeder Mensch ist für eine offene Beziehung geeignet. Allerdings ist das nicht unbedingt immer so leicht herauszufinden. Wie wäre es also mit einer offenen Beziehung auf Probe? Wir zeigen dir, worauf es dabei ankommt und wie du dich langsam an das Thema herantasten kannst.

Was ist überhaupt eine offene Beziehung?
Anders als bei einer monogamen Beziehung, bist du hier sexuell nicht nur auf deine Partnerin oder deinen Partner fixiert. Es bedeutet, dass du auch mit anderen schlafen darfst. Wie weit du dabei gehst, hängt von dir und den Regeln ab, die ihr gemeinsam vereinbart habt.
Wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass Sex zwar erlaubt, Liebe aber tabu ist. Lieben sich mehrere Menschen sprechen wir nämlich von der Polyamorie. Dabei sind Beziehungen mit mehr als zwei Personen möglich.

Thema ansprechen
Wenn der Wunsch zu einer offenen Beziehung nun aufkommt, ist zunächst einmal Ehrlichkeit gefragt. Das Thema muss angesprochen und diskutiert werden. Das ist zwar nicht leicht, aber wenn eure Beziehung so ein unangenehmes Gespräch nicht aushalten kann, dann wird sie mit Sicherheit keine Öffnung überstehen. Es sind nämlich Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit gefragt.
Das Ansprechen sollte in einem ruhigen Moment sein, in dem ihr allein seid und nicht abgelenkt. Nehmt euch die Zeit. Es sollte auf gar keinen Fall im Streit besprochen werden. Tragt in Ruhe die Gründe für die Öffnung der Beziehung vor und redet darüber.

Gründe, die für eine offene Beziehung sprechen
So vielfältig wie die Arten von Beziehungen, Partnerinnen und Partner sind, so verschieden sind die Gründe für eine offene Beziehung.
• Du möchtest dich sexuell weiterentwickeln und neue Erfahrungen machen, die du in der Beziehung, wie sie jetzt ist, nicht machen kannst.
• Mit einer offenen Beziehungen brichst du aus gesellschaftlichen Zwängen aus.
• Wenn die Lust im Bett schwindet, ihr euch aber beide liebt und noch immer anziehend findet, kann eine offene Beziehung frischen Wind bringen.

Auf keinen Fall als Beziehungsretter ansehen
Ein weiterer Grund, der oft angeführt wird, ist das die offene Beziehung als Rettungsanker herhalten soll. In den meisten Fällen wird das jedoch nicht zielführend sein. Wenn die Beziehung nicht mehr stark genug ist, um den Alltag zu stemmen, dann wird sie erst recht nicht stark genug für eine Öffnung sein. Die Gefahr ist groß, dass sie eher daran zerbricht und das Ende dabei jedoch unnötig in die Länge gezogen wird.

Das muss klar sein: Eifersucht wird strapaziert
Bei einer offenen Beziehung ist die Eifersucht ein sehr großes Thema. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr beide euch vertrauen könnt und offen und ehrlich zueinander seid. Eifersucht ist jedoch völlig normal. Deshalb legt ihr Regeln fest, um mit dem Thema umzugehen. Wenn du jedoch nicht gut mit Eifersucht umgehen kannst, weil du vielleicht ein eifersüchtiger Typ bist, dann solltest du dir genau überlegen, ob eine offene Beziehung wirklich das Richtige für dich ist.

Ausprobieren und dritte Person dazu nehmen
Wenn ihr euch untereinander besprochen habt, geht es ans Ausprobieren. Für den Anfang ist es auf jeden Fall keine schlechte Idee euch langsam an das Thema heranzuwagen und vielleicht zunächst eine dritte Person dazu zu nehmen. Zunächst trefft ihr euch gemeinsam zu einem netten Date, das sich zu mehr entwickeln kann.
So könnt ihr euch mit der ganzen Situation erst einmal vertraut machen. Ihr werdet bestimmt schnell merken, ob ihr euch in der Situation unwohl fühlt oder ob ein gewisses Prickeln bei euch aufkommt.

Einen Schritt weiter: Klare Regeln festlegen
Bevor ihr euch nun richtig in die offene Beziehung stürzt, solltet ihr ein paar klare Regeln festlegen. An erster Stelle sollte dabei das Thema Verhütung stehen. Daneben könnt ihr festlegen, wie oft ihr euch mit anderen treffen dürft. Was bei den Treffen erlaubt sein darf und wie es mit festen Affären aussieht. In das Regelwerk solltet ihr ebenfalls mit einschließen, wie viel ihr euch danach darüber erzählen dürft oder müsst.

Nur wenn beide einverstanden sind
Am allerwichtigsten bei all den Regeln ist jedoch, dass du und deine Partnerin oder dein Partner, jederzeit mit allem einverstanden seid. Ist das nicht der Fall sollte das Experiment sofort abgebrochen werden, bevor jemand verletzt und dadurch die Beziehung möglicherweise gefährdet wird. Es sollte eure oberste Regel sein.

Offene Beziehung: Das geht gar nicht
Neben den Regeln für eine offene Beziehung gibt es einige Punkte, die ihr dabei vermeiden solltet:
• offene Beziehung einseitig führen
• mangelnde Kommunikation
• Lügen
• Partner*in nicht an erste Stelle stellen
• aus falschen Gründen in der Beziehung bleiben
• keine Zweisamkeit mehr

Fazit
Eine offene Beziehung ist nicht unbedingt für alle Menschen geeignet. Wenn du dich dafür interessierst, solltest du es einmal ausprobieren. Wichtig ist jedoch, dass du vorher alles mit deiner Partnerin oder deinem Partner absprichst und ihr klare Regeln festlegt. Nur dann kann eine offene Beziehung funktionieren.

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