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Kassensturz: Wie viel kostet ein Club wirklich?

Wir verraten euch, was am Monatsende übrig bleibt!

Ein Club macht, entgegen vieler Meinungen, nicht nur Gewinn. Denn den Einnahmen stehen immer den Ausgaben gegenüber, die jeden Abend anfallen, sobald sich die Türen für die Gäste öffnen. Was ein Club genau einnimmt, was er ausgibt und was am Ende tatsächlich übrig bleibt, haben wir für euch an einem Beispiel durchgerechnet.

Wer schon immer mal mit dem Gedanken gespielt hat einen Club zu betreiben, den wollen wir gerne aufklären, dass hinter jedem Partywochenende auch harte Arbeit und vor allem viel Geld und Bürokratie steckt. Was ein angehender Clubbesitzer wissen sollte, erklären wir in den nachfolgenden Punkten. Doch Vorsicht: Alle Angaben sind ohne Gewähr, da sich die Realität leider nicht kalkulieren lässt.

In unserem fiktiven Club passen 600 Personen. Der Club bucht regelmäßig bekannte Acts und liegt in einer großen Stadt, die gut erreichbar ist. Und das kommt auf unseren Club zu:

Einnahmen


Eintritt: Ein Club verdient vor allem durch seine wöchentlich zahlenden Gäste sein Geld. Bei einem Eintritt von 10,00 Euro und durchschnittlich 600 Gästen im Durchlauf macht das 6.000 Euro.

Verzehr: Eine weitere Einnahmequelle ist der Verzehr von Getränken. Wenn man nicht gerade sein Wasser von der Toilette zieht, lässt ein Besucher im Durchschnitt zwischen 15 und 30 Euro in unserem Club. Bei 600 Gästen und durchschnittlich 20 Euro Verzehr macht das 12.000 Euro.

Ausgaben


Miete: Die Miete, oder auch Pacht, für einen Club ist stark von der Größe, der Lage und der Infrastruktur abhängig. Unser Club kostet 5.000 Euro Miete pro Monat. Wenn unser Club vier Nächte im Monat geöffnet hat, macht das eine Miete von 1.250 Euro pro Nacht.

Getränke: Meistens kooperieren Clubs mit Getränkeherstellern und Brauereien. Bei einem pro Kopf Verzehr von 20 Euro benötigt unser Club Getränke im Wert von 4.500 Euro.

Strom: Auch eine Anlage möchte betrieben werden. Außerdem müssen Eismaschinen, Kühlschränke und Klimaanlagen betrieben werden. Das macht eine Stromrechnung von 150 Euro pro Nacht.

Personal: Wer Bier trinken will, braucht auch eine Barkraft, die das kühle Blonde serviert. Meistens stellen Clubs Studenten ein, die die Nacht über arbeiten. bei 10 Euro die Stunde und einer Öffnungszeit von acht Stunden, macht das Personalkosten in Höhe von 800 Euro.

Security: Auch für Sicherheit muss in einem Club gesorgt sein. Eine Security-Firma erhält pro Nacht circa 1.000 Euro.

Werbung: Ein Club ohne Werbung funktioniert nicht. Deshalb müssen Flyer und Plakate gedruckt werden, ein Grafiker muss Dateien hierfür erstellen und auf Facebook wird ordentlich die Werbetrommel gerührt. Insgesamt fallen dabei Kosten von knapp 500 Euro an.

DJ-Gagen: Ein ordentlicher Headliner sorgt auch für einen vollen Club. Aber auch die Local-Heros an den Decks wollen bezahlt werden. Macht pro Nacht circa 5.000 Euro für alle Acts.

GEMA: Durch die neue GEMA-Tarifreform für Clubs und Diskotheken zahlt unser fiktiver Club pro Monat 1255,97 Euro. Das macht rund 314 Euro pro Nacht.

Sonstige Kosten: Für Reinigung und Versicherung unseres Clubs planen wir gute 400 Euro ein. Die Vergnügungssteuer beläuft sich auf circa 1.080 Euro.

Kassensturz

Die Einnahmen von rund 18.000 Euro werden durch die Ausgaben von rund 15.000 Euro sofort wieder geschmälert. Vom Gewinn von 3.000 Euro müssen außerdem noch Reparaturen und Steuern bezahlt werden. Denn auch in einem Club geht mal etwas zu Bruch und das Finanzamt klopft garantiert auch dort an die Tür. Doch ein Gewinn kann erst erzielt werden, wenn auch Gäste kommen. Daher für jeden Clubbetreiber das Wichtigste: Jedes Wochenende die Hütte voll zu bekommen. Und das ist eine wirkliche Herausforderung!

Foto: virtualnights.com

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