Themen: All, Leben, PHILIPPE, Robert, Planeten, Lepage

Die andere Seite des Mondes

In Robert Lepages Bühnenstück und Filminszenierung ist der kosmonautische Wettlauf der konkurrierenden Systeme nun auf   einen   Bruderkonflikt heruntergebrochen: Philippe, der Ältere und Nachdenklichere, ist ein Bewunderer des russischen Wissenschaftlers Konstantin Tsiolkovskij – sein oberflächlicherer Bruder André arbeitet als Wetteransager beim Fernsehen. Nach dem Selbstmord ihrer nierenkranken Mutter sind die zerstrittenen Brüder gezwungen, Kontakt miteinander aufzunehmen. Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend verbinden sich auf Robert Lepages filmischer Reise in andere Welten mit Stationen des interstellaren Konflikts zwischen Sowjets und Amerikanern. Und mit der grundlegenden Frage: „Sind wir die Einzigen im All?“

54. Internationale Filmfestspiele Berlin 2004, Panorama

Die wundervoll geschriebene Komödie gleitet als eleganter Bilderbogen vom Jetzt in die Vergangenheit und kümmert sich nicht nur um den kosmonautischen Wettstreit der 50er Jahre. Nebenbei suchen wir mit dem traurigen, witzigen, verspielten,poetischen Philippe nach unserem Platz zwischen all den Planeten und im Leben. Philippe hat Witz, ist intelligent und träumt von der Raumfahrt - allerdings auch noch mit 40. Für ein glückliches Leben auf der Erde, in Montreal und immer noch der Wohnung seiner Eltern scheint der Träumer zu sensibel. Nach dem Tod seiner Mutter gerät Philippe vollends durcheinander, schließlich muß er sich auseinandersetzen mit dem Leben, ihrem Goldfisch, einem Kosmonauten und seinem Bruder André - einem demonstrativ erfolgreichen Menschen vom Planeten Fernsehen... Der Kanadier Robert Lepage gilt als Kanadas begehrtester “Kulturexport” und genialer Theatermacher von Weltruf. DIE ANDERE SEITE DES MONDES beruht auf seinem gleichnamigen, auch in Deutschland bekannten Theaterstück. Erstmals spielt der Regisseur Lepage auch in einem eigenen Film und gleich eine Doppelrolle. Regie: Robert Lepage | 105 Minuten | Start: 29. Juni

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